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Groß im Radsport – Erfolgreiches Brüder-Duo

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Mal locker in die Pedale treten, das geht bei den zwei Brüdern nicht: Felix Groß (24) ist aktuell Leipzigs erfolgreichster Radsportler. Sein Bruder Franz (21) ist ihm bereits in die Nationalmannschaft gefolgt. Wir haben mit den beiden gesprochen.

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Die Brüder Groß und das Fahrrad – wie ging es los und wann wurde es ernst? 


Franz Groß
: Ich wollte von klein auf so ein Rennrad fahren, wie mein Dad es in der Garage hängen hatte. Er hat immer gesagt: Wenn ihr mit dem Radsport anfangt, dann kaufe ich euch eins. Das war das Ziel! Wir waren dann 2007 zum Probetraining beim SC DHfK Leipzig und es hat uns echt gut gefallen.

Felix Groß: Bei uns in der Familie spielte Sport immer eine zentrale Rolle. Unser Vater war selbst Radsportler und hat Trainer-Erfahrung. Ambitioniert wurde es bei mir in der 5. Klasse des Sportgymnasiums. Ab da wurde der Plan, Profi zu werden, immer konkreter. Vom Radsport abgesehen, liebe ich Fußball und habe einige Jahre bei uns zuhause im Fußballverein Miltitz gespielt. Auch andere Sportarten probiere ich gerne aus … aber der Radsport steht tatsächlich seit Jahren ganz oben.

Felix, bis 2021 sind Sie für rad-net Rose gestartet, seit dem letzten Jahr dann im UAE Team Emirates. Damit sind Sie in einem Weltklasse-Team in der World Tour angekommen. Da ist mehr als ein Kindheitstraum in der heimischen Garage wahr geworden, oder?

Felix: Ja, das war ein Ritterschlag. Und zugleich auch ein krasser Neustart. Ich konnte ja einige Erfolge vorweisen, unter anderem dreimal den Titel als Europameister der U23 in der Einerverfolgung, den deutschen Rekord im Bahn-Vierer, Platz sechs bei den Olympischen Spielen. Nun kam der Sprung auf die Straße in diesem extrem renommierten Team und das ist etwas komplett Anderes. Leider habe ich ein schweres Jahr mit viel Pech und Verletzungen hinter mir. Das hat mich zunächst zurückgeworfen. Auf der World Tour sind alle Weltklasse. Das ist wie Champions League im Fußball: Auf dem Niveau brauchst du Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, Kampfgeist und am Ende auch Glück und ein starkes Team im Rücken.

Stichwort Radrennen und Verletzung: Wie steigen Sie nach einem schweren Sturz wieder angstfrei auf das Rennrad?

Felix: Als Profi darf die Angst nicht mitfahren. Wenn du mit dem Gedanken losfährst, was alles passieren könnte, dann solltest du dir eine andere Sportart suchen. Respekt und Achtsamkeit sind wichtig – aber am Ende des Tages gewinnt der, der den Kopf frei hat. 

Wie sehen die nächsten Ziele aus? 

Felix: Gesund bleiben und Siege einfahren: 2023 möchte ich zwei bis drei Straßenrennen gewinnen und bei der Bahn-WM im August den Deutschen Rekord in der Einzelverfolgung knacken. 

Franz: „Ich stehe am Anfang meiner Karriere, doch die Europameisterschaft der U23 hat definitiv Lust auf mehr gemacht. Da habe ich mit der Nationalmannschaft 2021 knapp Platz 3 verpasst – sehr schade. Da ich dieses Jahr das letzte Mal in der U23 starten kann, sind die EM im Bahnvierer plus eine Einzeldisziplin das Ziel. Eine Medaille soll es definitiv werden. 

Denken Sie bereits über die Olympischen Spiele 2024 nach?

Felix: In Paris möchte ich zusammen mit Franz im Nationalteam am Start sein, klar! Und im Vierer werden wir es besser machen als 2021 in Tokyo. Dafür brauche ich die Punkte aus Weltcup, EM und WM. Das UAE Team Emirates weiß, dass ich 2024 im Bahnvierer starten will. Trotzdem muss ich Rücksprache halten, um für die Qualifikationsrennen frei zu bekommen.

Franz: Die Olympischen Spiele stehen fest im Plan. Das wird für mich ein langer und harter Weg für ein ambitioniertes Ziel: als Brüder gemeinsam im deutschen Team zu fahren. 

Welche Rolle spielt das Thema duale Karriere?

Franz: Ich habe einen Realschulabschluss, ein freiwilliges soziales Jahr am Olympiastützpunkt Standort Leipzig und eine abgeschlossene Ausbildung zum Bürokaufmann bei der LKT Lausitzer Klärtechnik in der Tasche. Aktuell mache ich eine Ausbildung zum Feuerwehrmann in Brandenburg. Es ist eine Herausforderung, Spitzensport und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Aber für mich war es immer wichtig, einen Plan B zu haben. 

Felix: In der Hinsicht unterscheiden wir uns tatsächlich. Nach der 11. Klasse lag mein Fokus zu 100 Prozent auf dem Sport. Ich bin dann zur Bundeswehr und war fünf Jahre in der Fördergruppe Spitzensport. In meiner momentanen Situation muss ich für mich sagen, dass eine Ausbildung oder ein Studium parallel zur Profikarriere unmöglich wären. 

Mehr Infos:
www.uaeteamemirates.com
www.rad-net-rose-team.de

Fotoquelle: Benjamin Pohle

Dieser Artikel wurde von Katja Junghans verfasst und erschien im Original in der Ausgabe 2023/01 des Sport Stadt Leipzig Magazins.

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