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Er ist wahrscheinlich der erfolgreichste nicht-olympische Sportler der Stadt: Finswimmer Max Poschart gewann im Sommer fünf Goldmedaillen bei den World Games und der Weltmeisterschaft.

Drei „Goldene“ bei den World Games in den USA, zwei bei der anschließenden Weltmeisterschaft in Kolumbien, zahlreiche Weltcup-Siege und ein neuer Weltrekord über 100 Meter Finswimming sprechen eine deutliche Sprache.

„Eigentlich müsste ich jetzt aufhören“, sagt Finswimmer Max Poschart mit einem Augenzwinkern. Auch sein Erfolgstrainer vom SC DHfK, Lutz Riemann, ist begeistert: „Die Saison ist an Einzigartigkeit nicht zu übertreffen. Kein deutscher Flossenschwimmer war jemals in einem Jahr erfolgreicher.“

MIT GOLD GING’S LOS

Besonders sein Auftritt bei den World Games – den Spielen der nicht-olympischen Sportarten – brannte sich bei Poschart tief ins Gedächtnis ein. Da war der Einlauf ins Stadion mit der deutschen Mannschaft. Ein Gänsehautmoment. Da war die gemeinsame Unterbringung aller Sportler auf dem Campus der University of Alabama in Birmingham. Es hatte was von Olympiadorf-Atmosphäre. Und da war der grandiose Hallensprecher bei den Finswimming-Wettbewerben, der die Zuschauer mitriss und bei seinen Live-Kommentaren extrem viel Detailkenntnis bewies. Umso schöner war es für Poschart, dass er nach zwei silbernen Einzelmedaillen bei den letzten World Games 2017 auch sportlich voll auf der Höhe war.

Los ging es am ersten Wettkampftag gleich mit einer Goldmedaille über seine Paradedisziplin 100-Meter-Finswimming. Wenig später gewann die 4-x-50-Meter-Staffel mit Poschart, Justus Mörstedt, Malte Striegler (alle SC DHfK) und Robert Golenia Bronze. Es folgte ein Monster-Programm am kommenden Tag mit drei Finals in 90 Minuten. Nach der kleinen Enttäuschung mit Platz vier über 50 Meter holte er mit Wut im Bauch überraschend Gold über 200 Meter – mit World-Games- Rekord. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagt der Leipziger.

Staffelsieger Justus Mörstedt, Robert Golenia, Malte Striegler und Max Poschart (v. l. n. r.)
Foto: Denis Foemer

Schließlich folgte die Krönung mit der 4-x-100-Meter-Staffel. Poschart entschied das spannende Duell mit Kolumbien als Schlussschwimmer für seine Jungs. Wie immer in seinem Glücksbringer, dem rosafarbenen Schwimmanzug. Die Partynacht mit kühlen Getränken „made in USA“ begann wenig später. Doch mehr als einen Abend mit Bierchen konnte sich der Modellathlet nicht leisten, weil die Reise direkt von den World Games zur Weltmeisterschaft nach Kolumbien weiterging. Dort gewann er zwei weitere „Goldene“ und eine Bronzemedaille.

LANGE LEINE VOM TRAINER

Als eines der zentralen Erfolgsgeheimnisse sieht der frühere Bundestrainer Lutz Riemann die Konzent- ration auf Poscharts Stärken in den letzten Jahren. „Wir haben versucht, die Stärken zu betonen und nicht die Schwächen abzustellen.“ Außerdem hat die große Selbständigkeit im Training eine wichtige Rolle gespielt. Er habe nur noch den Rahmen vorgegeben, so Riemann. „Die Ergebnisse zeigen, dass es richtig ist, insbesondere mit erwachsenen Sportlern so umzugehen.“ Zudem lebe und denke sein Schützling sehr strukturiert. „Seine Aufgaben, die er sich täglich stellt, zieht er gnadenlos durch“, sagt Riemann. Damit ist Poschart im erfolgreichsten Jahr seiner Karriere gut gefahren.

Max Poschart bei den World Games in den USA
Foto: Denis Foemer

TALENTE SCHNUPPERN WM-LUFT

2023 wird er voraussichtlich seine Karriere beenden: Nach dem Ende seines Studiums steht der Einstieg ins Berufsleben an. Die EM im Sommer wird wohl der letzte Höhepunkt seiner erfolgreichen Laufbahn sein. Doch um den Nachwuchs muss beim SC DHfK niemand bangen. Sowohl über das Sportgymnasium als auch die Sportoberschule finden junge Sportler zur Schwimmhalle in die Mainzer Straße, es werden aber auch wieder verstärkt Eigengewächse ausgebildet. Und auch dabei hat Max Poschart einen Anteil, denn er betreut mit einem Team um seine Frau Elena die Trainingsgruppe Kinder- und Breitensport sowie mit David Münch die B-/C-Kadersportler.

Die Zukunft hat schon begonnen: Der 21-jährige Justus Mörstedt gewann in Kolumbien seine ersten drei Einzel-WM-Medaillen. Und auch die beiden „Küken“ im SC-DHfK- Team, Nadja Barthel (17) und Duncan Gaida (20), holten ihre ersten WM-Medaillen in der Staffel. Finswimming – eine Leipziger Erfolgsgeschichte.

  • 02.Nov.2022
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